Extreme und viele Weltrekorde PDF Drucken E-Mail

weltsportHöher, schneller, weiter: Olympia in Peking waren die Spiele der Superlative. Ob Weltrekorde oder andere Auffälligkeiten, die Zahlen sprechen für sich.


11 249 Athleten gingen bei den Sommerspielen 2008 an den Start. Aus 204 Nationen stammen diese Sportler, aus Deutschland waren 440 mit dabei. Das Gastgeberland stellte das größte Kontingent an Athleten: 639 Sportler und Sportlerinnen versuchten Edelmetall zu ergattern. Kein Wunder, dass die Chinesen die meisten Goldmedaillen gewannen, ein Land wie Burundi (Ostafrika) ging auch nur mit einer Athletin an den Start und bekam keine Medaille verliehen.

Die Zuschauer konnten bei 302 Wettbewerben in 28 verschiedenen Sportarten die Daumen drücken. Dabei gab es auch Premieren und Abschiedsvorstellungen: Zum ersten Mal in der Geschichte der Olympischen Spiele gab es beispielsweise den BMX-Radsport. Zum letzten Mal sonnte sich dafür Baseball vorerst im olympischen Licht.

Mehr als 900 Medaillen wurden vergeben, die Bronzemedaille von Ara Abrahamian bleibt dabei in besonderer Erinnerung. Da er mit dem Urteil der Kampfrichter nicht einverstanden war und auf Gold gehofft hatte, legte der schwedische Ringer seine Medaille während der Siegerehrung einfach auf den Boden und verließ die Halle. Sowohl er als auch das IOC zogen daraus Konsequenzen. Abrahamian trat freiwillig vom Leistungssport zurück, die Disziplinarkommission beschloss die Aberkennung des Edelmetalls.

Die Schnellsten der Schnellen

Was bei diesen Spielen besonders auffiel: 43 Weltrekorde wurden hier gebrochen, allein im Schwimmsport waren es 25. Im Jahre 2008 erlebte die Welt den schnellsten Mann im Wasser und sein Pendant auf dem Land. Der nun erfolgreichste Olympionike aller Zeiten, Michael Phelps, schwamm scheinbar ohne Pause und Ermüdung in Peking zu acht Goldmedaillen mit sieben Weltrekorden. Ähnlich eindrucksvoll zeigte sich der Jamaikaner Usain Bolt, der der verblüfften Konkurrenz im wahrsten Sinne des Wortes einfach so davonlief: Gold über 100 und 200 Meter sowie mit der 4x100-MeterStaffel, alles natürlich in Weltrekordzeit.

Gedopte Menschen und Tiere

Die Spitzenleistungen bei Olympia nährten den Verdacht auf Doping. Mehr als 5000 Kontrollen wurden während der 16 Wettkampftage entnommen, nur sechs Athleten wurden bisher positiv getestet. Darunter die ukrainische Siebenkämpferin Ludmilla Blonska, die aus Erfahrung nicht klug geworden ist. Die 30-Jährige war bereits 2003 wegen eines positiven Tests für zwei Jahre vom Wettbewerb ausgeschlossen worden. Jetzt droht ihr eine lebenslange Sperre.

Es geht aber noch kurioser, denn positiv fiel auch der Test von Cöster aus. Cöster ist das Pferd des deutschen Mannschaftsreiters Christian Ahlmann. Das Tier hatte die verbotene Substanz Capsaicin verabreicht bekommen. Insgesamt wurden vier Pferde wegen Dopings disqualifiziert. Die Bilanz von insgesamt zehn Dopingfällen liest sich wenig, doch dank der neuen Regelung, die Dopingproben acht Jahre lang aufzubewahren, werden noch ein paar dazukommen.

Kinder und ein Reit-Opa

Herausragende Athleten gab es aber auch abseits des Treppchens. Mit seinen 67 Jahren war Hiroshi Hoketsu der älteste Teilnehmer der Olympischen Spiele 2008. Der Dressurreiter trat zum zweiten Mal nach 1964 beim größten Sportereignis der Welt für Japan an. 55 Jahre jünger ist die jüngste Sportlerin: Antoinette Joyce Guedia Mouafo stammt aus Kamerun und startete mit ihren zwölf Jahren bei den Schwimmwettbewerben über 50 Meter Freistil.

Der Dickste und der Größte

Neben dem ältesten und der jüngsten Teilnehmerin gibt es noch Athleten, die sich durch ihre körperlichen Merkmale besonders auszeichnen. Ricardo Blas junior zum Beispiel, ein Judoka, wiegt 210 Kilo – damit ist er der schwerste Mann der Olympischen Spiele 2008. Doch sein Körpergewicht nutzte ihm wenig, seine beiden Kämpfe verlor er aufgrund von Verwarnungen wegen Passivität! Der dickste Brocken kam aus Guam, der längste Athlet aus China: Yao Ming ist 2,26 Meter groß und – wen wundert es – Basketballspieler.

Die vielen Nicht-Athleten

Es gab noch nie so viele Weltrekorde, so viele Wettbewerbe und auch noch nie so viele Maskottchen wie in Peking 2008. Fünf kleine Figuren namens Beibei, der Fisch, Jingjing, der Panda, Huanhuan, das olympische Feuer, Yingying, die tibetische Antilope und Nini, die Schwalbe ließen sich an den verschiedenen Wettkampfstätten blicken und fotografieren.

Auch die Zahl der Helfer war beachtlich. Allein an der Eröffnungsfeier wirkten um die 20 000 Trommler, Tänzer und Artisten mit. Einige davon mussten schwierige Bedingungen meistern: Bis zu sieben Stunden saßen Dutzende Chinesen mit Windeln versehen in Kisten, bis es endlich losging. Die Zahl der Volunteers, die für einen reibungslosen Wettkampf sorgten, lag bei 74 615, darunter 1000 Ausländer. Nicht zu vergessen die knapp 400 000 „City-Volunteers“, die den Besuchern den richtigen Weg zeigten.

Ausblick auf London 2012

Die Zahlen und die Rekorde waren beeindruckend, doch man kann davon ausgehen, dass sich die Verantwortlichen des britischen Olympiakomitees bemühen werden, diese in vier Jahren noch zu übertrumpfen, ganz nach dem Olympischen Motto: höher, schneller, weiter.
 

Die besten 20 Länder im Medaillenspiegel




# # #
1. # China 51 21 28
2. # USA 36 38 36
3. # Russland 23 21 28
4. # Großbritannien 19 13 15
5. # Deutschland 16 10 15
6. # Australien 14 15 17
7. # Südkorea 13 10 8
8. # Japan 9 6 10
9. # Italien 8 10 10
10. # Frankreich 7 16 17
11. # Ukraine 7 5 15
12. # Niederlande 7 5 4
13. # Jamaika 6 3 2
14. # Spanien 5 10 3
15. # Kenia 5 5 4
16. # Belarus 4 5 10
17. # Rumänien 4 1 3
18. # Äthiopien 4 1 2
19. # Kanada 3 9 6
20. # Polen 3 6 1
 

Quelle focus.de


 

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