VSK startet heute in Drochtersen mit dem allerletzten Aufgebot in die Saison PDF Drucken E-Mail
lokalsportGünter Hermann hat sichtlich Schwierigkeiten, seine Gefühlslage auf den Punkt zu bringen. Einesteils würde der Trainer des VSK Osterholz-Scharmbeck am liebsten Gott und die Welt verfluchen. Andererseits pfeift er vehement Spieler, Umfeld und nicht zuletzt sich selbst zurück. "Jammern bringt nichts, da müssen wir jetzt durch", sagt Günter Hermann vor dem Saisonauftakt des VSK in der Fußball-Oberliga Niedersachsen Ost am heutigen Freitagabend um 19.30 Uhr bei der SV Drochtersen/Assel.

Nahezu die halbe Truppe fällt aus, so gesehen war die Saisonvorbereitung für den VSK mehr oder weniger für die Katz. "Einzig und allein besch...", so lautet das Fazit von Günter Hermann nach der Vorbereitungsphase. Dabei hat sich der VSK für die kommende Spielzeit einiges vorgenommen. Es geht um viel für den Klub, um sehr viel sogar. Ein Platz unter den ersten acht Teams ist absolute Pflicht, um die Qualifikation für die neue eingleisige Oberliga Niedersachsen in der Saison 2010/2011 zu schaffen. Gerade angesichts der personellen Situation wird das kein Selbstläufer, auch wenn der VSK als amtierender Vizemeister von der Konkurrenz ganz vorne erwartet wird.

Der VSK hat das Gros der Truppe beisammen gehalten, und dennoch wird einiges neu sein. Im Sturm muss sich das Team aus der Kreisstadt völlig neu aufstellen. Mit Patrick Bärje (17 Tore) und Yasin Bilgin (15) sind die beiden mit Abstand erfolgreichsten Torschützen gegangen. Gleichwertiger Ersatz kam nicht hinzu. "Natürlich fehlen die beiden. Aber mit unseren Finanzen war ein guter Stürmer nun einmal nicht zu bezahlen", sagte Günter Hermann. So ist Manuel Weinrich für vorne gesetzt. Für den zweiten Kandidaten in der Spitze gibt es Anwärter zuhauf, ein ganz heißer Kandidat kristiallisiert sich allerdings bislang nicht heraus. Daniel Mulert (20 Jahre) fällt mit einer Schambeinentzündung noch länger aus. Felix Jaekel (19) fällt ebenfalls verletzt aus. Gleiches gilt für den Neuzugang von den Bundesliga-A-Junioren von Rot-Weiß Essen, Jascha Stern (18). Torben Poppe (20) hat nach seiner Beförderung in die "Erste" im Sommer gleich 15 Kilo abgespeckt, derzeit fehlt noch die Spritzigkeit. Und Marco Ordenewitz (19) ist ebenfalls eher ein Hoffnungsträger für die Zukunft. Fünf Kandidaten im Alter zwischen 18 und 20 Jahren - man darf gespannt sein, wer der neue Sturmpartner von "Manu" Weinrich wird. So Günter Hermann denn nicht die Reißleine zieht und einen Mittelfeldakteur wie Sascha Jütting eine Reihe nach vorne beordert.

Die Reißleine zu ziehen braucht Hermann in der Vierer-Abwehrkette nicht. Die arrivierten Kräfte der vorigen Saison stehen allesamt weiter im Kader. Zum bewährten Innenverteidigerpaar Dennis Votava und Peer Jaekel kommt mit Dirk Dittrich ein weiterer sehr interessanter Anwärter für diese Position hinzu. Und mit Mark Tietjen verfügt der VSK über ein Juwel für die linke Seite in der Viererkette. "Wenn ich ehrlich bin, eigentlich wollten wir den gar nicht verpflichten", räumte Hermann ein. Doch mittlerweile macht der 19-Jährige dem VSK-Trainer so richtig Spaß: "Der Junge ist frech, er hat im Training eingesteckt und ausgeteilt. Er hat es den anderen jungen Spielern vorgemacht. Er hat sich seinen Platz erkämpft." Keine Frage, der Gewinner der Vorbereitung kommt von den A-Junioren des VfL Oldenburg, wohnt derzeit in Bremen-Nord und heißt Mark Tietjen.

Bei allen Lobeshymnen auf den Neuen beim VSK - zum Saisonauftakt heute in Drochtersen wird Tietjen vermutlich nicht dabei sein. Tietjen knickte im Training im Sprunggelenk um. Auch das Innenverteidigerpaar Dennis Votava (Einladung zur Hochzeit) und Peer Jaekel (verletzt) wird fehlen. So hat Dirk Dittrich zumindest in Drochtersen seinen Platz im Defensivzentrum sicher. Derweil wird der zweite Innenverteidiger noch gesucht. Michael Thöne wäre der heißeste Anwärter. Jascha Stern, Daniel Mulert, Felix Jaekel und Stefan Franke fehlen ebenfalls verletzt, hinter den Einsätzen der beiden angeschlagenen Jorit Löhr und Jasper Halm stehen dicke Fragezeichen. Macht summa summarum zehn angeschlagene oder nicht einsatzfähige Spieler - da ist der Frust von Günter Hermann nur zu verständlich.

So wenig erfreulich sich die personelle Situation derzeit darstellt, so groß ist die Vorfreude auf die neue Saison beim VSK. Aus zweierlei Gründen: Zum einen wartet eine sehr interessante Spielzeit auf den VSK, eine Spielzeit mit Derbys in Hülle und Fülle. Partien gegen den SV Blau-Weiß Bornreihe, TuS Heeslingen, TSV Ottersberg oder den Aufsteiger SV Rot-Weiß Cuxhaven versprechen viel Spannung. "Das Schöne ist, dass dann auch die Zuschauer kommen. Da sind Emotionen drin. Das ist nicht wie gegen Ölper, da laufen hier gerade mal 15 Zuschauer rum", sagte Hermann.
Und zweitens freut sich der Verein auf sein neues zu Hause. Das Stadion wurde renoviert und erstrahlt in neuem Glanz. Der neu verlegte Rasen lässt die Herzen eines Fußballers höher schlagen, auch das Ambiente lädt zum Fußball gucken ein. Das war nicht immer so, die Qualität des Fußballs, den der VSK zeigte, war auf einem völlig anderen Level als das heruntergekommene Städtische Stadion. Die Örtlichkeit stimmt nun, jetzt sind Günter Hermann und seine Truppe an der Reihe.

Quelle Osterholzer Kreisblatt
 

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