Mit einer Nachwuchstruppe zum Turniersieg PDF Drucken E-Mail
lokalsportAm Sonnabendabend gegen 21 Uhr bekam Günter Hermann einen Anruf der ganz besonderen Art: Am anderen Ende der Leitung war sein Kapitän Julian Stroppel, und der teilte seinem Übungsleiter kurz und trocken mit, dass der Coach ab sofort nicht mehr gebraucht würde. Julian Stroppel hatte gut reden: Soeben hatte der Mannschaftsführer die 1 b-Formation des VSK Osterholz-Scharmbeck völlig unerwartet zum Turniersieg des sehr gut besetzten Hallenfußballturniers des TSV Ottersberg um den TC Logistik-Cup gecoacht.

Die Mitteilung des Kapitäns an den Trainer über dessen Entlassung war natürlich ein Scherz. Keineswegs ein Scherz war hingegen jene Botschaft vom grandiosen Auftritt des VSK. Grandios, weil der VSK ein Team nach Ottersberg geschickt hatte, dem vielleicht ein Platz im Mittelfeld zuzutrauen gewesen war, nicht aber der Turniersieg.

Die sechs A-Junioren Jasper Halm, Julian Kitkowski, Oliver Hans, André Stüssel, Karsten Zimmermann und Marius Warnecke wurden ergänzt durch Danny Banach und Torben Meyer. Der einzige Routinier, Torben Meyer, verletzte sich zudem nach dem zweiten Spiel am Sprunggelenk, fortan war Danny Banach (20) einziger Twen unter lauter VSK-Teens.

Das junge VSK-Team spielte frech auf. "Die Spieler haben wenig Respekt gezeigt, sie waren überhaupt nicht ängstlich. Man hat keinen Unterschied gesehen - ganz im Gegenteil", freute sich Julian Stroppel.

Der 2:1-Erfolg gleich zum Auftakt gegen den TB Uphusen sorgte für die nötige Sicherheit. Nach dem 4:2-Sieg gegen den VfL Jesteburg geriet der Einzug ins Halbfinale allerdings noch in Gefahr: Die 1:3-Niederlage im Derby gegen den SV Blau-Weiß Bornreihe war verdient. Und beim 2:1 gegen den TuS Schwachhausen erlöste der sehr stark spielende Jasper Halm sein Team sehr spät mit seinen beiden Last-Minute-Toren.

Nach dem 2:0-Erfolg im Halbfinale gegen den SV Werder III war das Traumfinale perfekt: VSK gegen Bornreihe. Und der Ausrichter machte das Endspiel zu einem richtigen Spektakel: Licht aus, Spot an - jeder Spieler lief einzeln im Scheinwerferlicht in die abgedunkelte Halle ein.

VSK-Torwart Oliver Hans wurde im Finale zum Matchwinner. Der A-Junior brachte die Bornreiher schier zur Verzweiflung. André Stüssel (2) und Danny Banach trafen bei einem Gegentor von Waldemar Hamburg zum viel umjubelten 3:1-Erfolg.

Apropos Waldemar Hamburg: Der Goalgetter der Blau-Weißen agierte in Ottersberg als Torwart und schaltete sich regelmäßig ins Angriffsspiel mit ein. Dass Waldemar Hamburg Tore zu schießen versteht, ist hinlänglich bekannt, doch diesmal bewies Hamburg auch zwischen den Pfosten Qualitäten.

Auch für Bornreihe war der Einzug ins Halbfinale zur Zitterpartie geraten. Nicht zuletzt, weil die Blau-Weißen sich gegen den TB Uphusen nicht eben geschickt angestellt hatten. Uphusen führte mit 3:0, da flog Konstantin Rosbach vom Feld. In Unterzahl lief es plötzlich, doch es reichte nur noch zum 2:3. Übrigens, ein Bornreiher hatte am Ende doch die Nase vorn: Henry Sung wurde zum besten Spieler des Turniers gewählt.

Günter Hermann hatte die erste Hallenformation des VSK mit zum ausgezeichnet dotierten und ebenso gut besetzten Turnier des SC 09 Uelzen genommen. 60 Teams aus ganz Deutschland stritten um die stattliche Siegprämie von 2500 Euro. In der Vor- und den ersten beiden K.o-Runden hatte der VSK leichtes Spiel. Im Viertelfinale bedurfte es aber einer Energieleistung, um den 0:2-Rückstand gegen den Blumenthaler SV noch in einen 3:2-Sieg umzuwandeln. "Im Halbfinale haben wir uns ziemlich dämlich verhalten. Da sind wir nach einer 1:0-Führung ins offene Messer gelaufen und ausgekontert worden", sagte Günter Hermann zur 2:6-Niederlage gegen den Bramfelder SV. Sven Meinecke und Manuel Weinrich sicherten dem VSK mit ihren Toren im Penaltyschießen gegen Fortuna Sachsenross Hannover Platz drei und damit immerhin noch 500 Euro für die Mannschaftskasse.

Quelle Osterholzer Kreisblatt
 

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