( Ritterhude ) Rasen des Stadions verdurstet PDF Drucken E-Mail

ohznewsEin Spaziergänger formuliert es drastisch: "Der Platz sieht aus wie der Kopf eines alten Mannes; ein kleiner Haarkranz und in der Mitte nichts mehr." Tatsächlich befindet sich das Stadion von Moormannskamp zurzeit in einem trostlosen Zustand.
Nur im Randbereich der Spielfläche sprießt noch Grün, während sich der große Rest als vertrocknete Savanne präsentiert, aus der einige Unkrautbüschel als Farbtupfer herausragen.

 

Fußballspiele sind auf diesem "Totenacker" nicht möglich. Von Schlamperei ist die Rede, ein behördeninternes Nachspiel bereits angekündigt worden.
Die neue Punktspielserie für die Fußballer steht unmittelbar vor der Tür. Am 8. August soll laut Spielplan die SG Platjenwerbe ihren Saisonauftakt in der 2. Kreisklasse gegen den SV Buschhausen im Stadion Moormannskamp bestreiten. Ob der Rasen bis dahin wieder zum Leben erweckt worden ist, muss jedoch bezweifelt werden.
Die Gemeindeverwaltung führt gleich mehrere Gründe für die Misere an: Extreme Witterung, ferienbedingte Personalsituation und technische Mängel bei der Bewässerung hätten zu einer Kumulierung der Probleme und damit zu Austrocknungen im mittleren Bereich des Spielfeldes geführt. Mit anderen Worten: Weil sich niemand rechtzeitig um eine ausreichende Bewässerung kümmerte, hat sich ein Großteil des Stadionplatzes in eine Steppenlandschaft verwandelt. Eine Tatsache, die nach den Worten von Gemeindekämmerer Detlev Paltinat einer internen Untersuchung bedarf.

Kein Notfallplan
Paltinat vertritt dieser Tage die im Urlaub weilende Bürgermeisterin Susanne Geils. Und Ferien machen auch Bedienstete der Bauverwaltung, die für die Unterhaltung der gemeindeeigenen Sportstätten zuständig ist. Offensichtlich aber hatte niemand die lang anhaltende Hitze und Trockenperiode auf der Rechnung. Denn sonst hätte es wohl einen Notfallplan gegeben, in dem berücksichtigt wird, dass die Zisterne, der das preiswerte Nass des Himmels für die Bewässerung des Stadionrasens entnommen wird, eines Tages leer sein könnte.

Das ist nun schon seit geraumer Zeit der Fall, ohne dass sich jemand um einen alternativen Lebensquell für das Stadiongrün gekümmert hätte. Im Rathaus klingelten die Alarmglocken erst, als aus Vereinskreisen Alarm geschlagen wurde. Jetzt wird die Zisterne der Bewässerungsanlage nach den Worten von Paltinat mit teurem Trinkwasser gefüllt. "Was schon viel früher hätte geschehen müssen", räumt der Kämmerer ein.
Probleme mit der sogenannten Beregnungsanlage im Stadion Moormannskamp hat es schon seit Jahren gegeben. Davon können vor allem die Fußballer ein Lied singen. Mal funktionierte sie nicht, mal setzte sie Teile des Platzes während eines Spiels unter Wasser. Zu Beginn der Ferien, so die Gemeinde, sei die Anlage jedoch repariert worden. Leider aber habe die Zisterne, aus der sich die Berieselungsanlage automatisch bedient, wegen der extremen Wetterlage nicht genügend Wasser zur Verfügung gestellt. Doch nun werde man umgehend das technische Problem lösen und das Spielfeld mit Wasser versorgen.
Damit in der Savanne Leben erwacht, muss es kräftig regnen. Den haben die Meteorologen fürs Wochenende angekündigt, und auf den wartet jetzt auch die Gemeinde sehnsüchtig. "Damit eine schnelle Regeneration des Rasens erfolgt." Bis zu Beginn des neuen Schuljahres am 5. August dürfte der Platz nach Mitteilung des Rathauses allerdings noch nicht wieder bespielbar sein. "Allerspätestens aber wohl ab 20. August." Wenn Petrus so schnell wie möglich mithilft, Behördenpannen auszumerzen.

Quelle Osterholzer Kreisblatt
 

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