( Schwanewede ) Ganztagsschule: Weitere Anträge folgen PDF Drucken E-Mail
ohznewsDie Umwandlung der Grundschule Dreienkamp in eine Ganztagsschule trieb die Finanzpolitiker vor der gestrigen Ratssitzung am meisten um: Kommen doch auf die Gemeinde Umbaukosten in Höhe von voraussichtlich 600000 Euro zu. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Finanzknappheit der Kommune denken auch andere Grundschulen über eine Ganztagsschule nach; die Heideschule legte einen entsprechenden Antrag vor, die Grundschule Meyenburg folgt.

Allerdings werde er keine Rolle mehr im aktuellen Haushalt spielen, führte Bürgermeister Harald Stehnken auf Nachfrage aus: "Der Antrag ist am Freitag bei uns eingegangen, aber er wird erst im nächsten Etat behandelt.
Zunächst wird sich der Schulausschuss damit befassen." Wie Stehnken ausführte, müsste der Schule zunächst ein Konzept vorlegen, außerdem bedürfe der Antrag der Zustimmung der Lehrer und Eltern. Auch die Heideschule-Schulleiterin bestätigte die Antragstellung, hob aber hervor, dass die Ganztagsschule an der dreizügigen Grundschule mit rund 200 Schülern erst zum Schuljahr 2011/2012 eingeführt werden solle. Nachdem man verfolgt habe, dass die Gemeinde am Beispiel Dreienkamp die Ganztagsschulen unterstütze, habe man Mut gefasst, so die Schulleiterin Roswitha Dreisbach-Einmann: "Jetzt trauen wir uns." Unterstützung vom Bürgermeister Bürgermeister Stehnken begrüßt grundsätzlich den Antrag, wie er auch die anderen Grundschulen nahezu auffordert, es den beiden Schwaneweder Grundschulen gleichzutun: "Jede weitere Ganztagsschule wäre schön." Stehnken betonte mehrfach die Standortvorteile,die eine Gemeinde mit Ganztagsschulen für junge, berufstätige Eltern hat.
Was die Finanzierung angeht, hat das Gemeindeoberhaupt die Hoffnung, dass die Umgestaltung der Heideschule zu einer Ganztagsschule nicht ganz so teuer käme. Das bestätigt die Rektorin: "Wir kooperieren mit der Begegnungsstätte, dort essen die Kinder, so brauchen wir keine Mensa und keine Essensausgabe. Auf das Personal könne man auch zurückgreifen, es übernehme bereits Nachhilfe. Auch Räume für die Nachmittagsbetreuung stünden zur Verfügung. Der Bürgermeister betonte, dass die Heideschule genau so behandelt werde wie die Dreienkampschule - Haushaltsdefizit hin oder her.
Denn das Land wird wohl kaum noch einspringen: Bis 2008 wurden noch Mensen und erforderlichen Umbauten an den Schulen finanziert, auch pädagogische Mitarbeiter. Jetzt müssen die Kommunen wegen der Finanzknappheit des Landes den Part übernehmen - die ohnehin angespannten Gemeindefinanzen werden so weiter strapaziert. Neben der Heideschule will auch die Meyenburger Grundschule einen Antrag auf Ganztagsbeschulung stellen: Wie die Schulleiterin Ulrike Walter gegenüber unserer Zeitung äußerte, sehe man darin die bildungspolitische Zukunft: "Auf kurz oder lang werden wir einen Antrag stellen."

Doch der Aufwand an der einzügigen Schule sei recht groß, da man sich räumlich im Grenzbereich bewege.
Keine Ambitionen in Hinblick auf Ganztagsschulen zeigen die anderen beiden Grundschulen Neuenburg und Beckedorf. "Wir haben nur sehr geringen Bedarf, der steht nicht im Verhältnis zu den erforderlichen Umbaumaßnahmen", so der Beckedorfer Rektor Volkmar Kirstein.
Einen Rückzieher wegen der Haushaltslage macht gar Neuenkirchen: "Wir hatten das vor anderthalb Jahren schon beschlossen, dann aber keinen Antrag aufgrund der desolaten Haushaltslage mehr gestellt", so die Schulleiterin Claudia Luer. Allerdings sieht die Schulleiterin eine pädagogisch begründete Ganztagsschule für sich auch als sinnvoll an; "nicht nur als Nachmittagsbetreuung der Schüler", betont Luers.

Quelle Osterholzer Kreisblatt
 

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