( Ritterhude ) Profis helfen Schülern bei der Berufswahl PDF Drucken E-Mail

ohznewsAm Abend vor der Vergabe der Halbjahreszeugnisse stand geballte Kompetenz auf dem Stundenplan. Tatkräftig unterstützt von vier Elternvertretern hatte die Lehrerin Elke Schneppe jetzt schon zum zweiten Mal unter dem Motto "Carrier Night" den Berufsinformationsabend für die Jahrgänge zehn bis zwölf des Gymnasiums Ritterhude organisiert. "Menschen, die in ihrem Beruf Spaß haben, kommen in die Schule und helfen euch auf die Sprünge", mit diesen Worten begrüßte Schulleiterin Gertrud Milthaler ihre Schüler in der Aula der Ries-Schule.

 

"Das Abitur ist eine gute Eintrittskarte für das, was in der Welt da draußen auf Sie zukommt. Aber es ist kein Blankoscheck für eine Karriere oder die Garantie für eine Million", so Marcus Seifert vom Institut für Logistik an der Universität Bremen in seiner Eröffnungsrede. Für keine Generation vorher habe die Welt so viele Optionen und Chancen bereit gehalten meinte er. Sich da zu orientieren sei nicht einfach. In der vernetzten Welt gelte es oft, nicht mehr der Beste zu sein sondern der Schnellste und mit Flexibilität zu überzeugen. "Wirken Sie in den Bereichen mit, die Sie begeistern. Seien Sie mutig und neugierig, probieren Sie sich aus. Und wenn Sie etwas lernen wollen, suchen Sie sich Menschen, die besser sind als Sie. Nur davon können sie profitieren", riet er.
Experten stellen Berufsalltag vor In kurzen Vorträgen gaben mehr als 20 Experten (viele davon Eltern Ritterhuder Schüler oder aus deren Bekanntenkreis) authentische Einblicke in ihren Berufsalltag. Die Freiberufler, Handwerker und Angehörigen von Universitäten oder dem öffentlichen Dienst informierten realitätsnah über Eingangsvoraussetzungen, Kosten, Zukunftschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten in ihrer Branche. Viele Schüler nutzten ausgiebig die Gelegenheit, sich über verschiedene Wege in die berufliche Zukunft zu informieren. Wer ein Studium plant, konnte sich von Referenten der Universität Bremen über die Fachbereiche Biologie, Sozial- und Politikwissenschaften sowie Wirtschafts- und Ingenieurwesen oder die Lehramtsstudiengänge schlau machen lassen. Polizei und Bundeswehr waren ebenso vertreten wie ein Staatsanwalt, ein Mitarbeiter des Bremer Finanzamtes, eine Notärztin, ein Geigenbauer, ein Tierarzt und eine Journalistin. Banker, Werbe- und IT-Fachleute fehlten ebenso wenig wie ein Physiker und ein Mitarbeiter des Fraunhofer-Instituts. Alle, die noch unsicher sind, freuten sich über Tipps aus dem Programm "weltweit jobben". Fast alle Vortragsräume waren gut besucht. Christin Hollmann interessierte sich für die nautischen Studiengänge der Seefahrtschule Elsfleth. "Wer russisch, chinesisch oder Sprachen des Balkans beherrscht, hat gute Karten. Aber die Verweildauer auf See beträgt oft nur sieben Jahre. Danach suchen viele einen Job an Land", erfuhr sie bei Professor Jürgen Rahn. "Einerseits möchte ich nicht ständig Krawatte tragen. Aber Arztkittel heißt auch Nachtdienst", meinte Alexander Laschütza, der noch zwischen Medizin und Wirtschaftswissenschaften schwankt. Er habe an diesem Abend viele erhellende "Flurgespräche" geführt, erzählte der Schüler, der in diesem Jahr sein Abitur ablegen wird.

"Die Vorträge waren alle sehr gelungen. Viele Referenten sind gern bereit, im nächsten Jahr wiederzukommen", bilanzierte Organisatorin Elke Schneppe.

Quelle Osterholzer Kreisblatt
 

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