Das Reetdach und seine fünf Besonderheiten

Das Reetdach gilt als eine der ältesten Dacheindeckungen, die in Europa bekannt ist. Das Reetdach wird Norddeutschland und hier speziell der Nordsee zugeschrieben. Deshalb haben viele Menschen auch sofort das Gefühl von Urlaub, wenn sie ein mit Reet eingedecktes Dach sehen.

Werden Reetdächer fachgerecht eingedeckt, haben sie gegenüber den bekannten Dacheindeckungen, beispielsweise mit Dachziegeln, viele Vorteile aufzuweisen. Diese Dacheindeckung ist nach wie vor sehr populär und auch heute noch werden neu errichtete Wohngebäude speziell in der norddeutschen Region mit Reet eingedeckt.

Fünf Besonderheiten, die das Reetdach aufweist

Das Reetdach wird immer wieder Norddeutschland zugeschrieben. Den meisten Menschen ist nicht bekannt, dass das Dach zwar seine Heimat in unserer Vorstellung im Norden des Landes hat, dass es aber hier längst nicht am längsten verbreitet ist. Die ältesten Nachweise für die mit Reet eingedeckten Häuser sind für den Süden Deutschlands bekannt. Am Bodensee beispielsweise können historisch die mit Reet eingedeckten Häuser bis auf 4.000 Jahre vor Christus nachgewiesen werden.

Die Standzeiten von Reet sind stark abhängig von der Region, in der dieses Dachform gewählt wird sowie auch von den speziellen Gegebenheiten, die vor Ort vorhanden sind. Ein wettergeschütztes und gepflegtes Reetdach von guter Qualität des Reets kann durchschnittliche Standzeiten von durchaus 30 bis 50 Jahren haben. Aber unter sehr guten Bedingungen sind auch 100 Jahre Standzeit möglich. Damit ist das Reetdach sehr langlebig. Abhängig ist die Standzeit von der Qualität des verwendeten Reets sowie der Verarbeitungsweise.

Neben der Pflege und der Art der Konstruktion ist die Langlebigkeit des Reetdaches wesentlich von der Qualität des Reets abhängig. Die Weißfäulepilze sind es, die sich auf dem Reet ansonsten schnell verbreiten und das Dach zerstören können.

Reetdächer werden praktisch immer ohne Dachrinne gefertigt. Das liegt daran, dass die meisten klassischen Qualitäten der Dachrinnen für eine Verarbeitung am Reetdach ausscheiden, denn das Reetdach lässt das Wasser schnell säuern und zerstört damit Dachrinnen sehr schnell.

Die Dachneigung beim Reetdach muss bei 45 Grad liegen, damit das Wasser vom Dach perfekt ablaufen kann und sich somit keine Staunässe bildet, die wiederum das Reetdach schneller zerstören würde. Dazu muss der sogenannte Traufüberhang immer eine Breite von 50 cm aufweisen, damit das Reetdach auch bei nasser Witterung nicht schneller der Zerstörung ausgesetzt ist.

Bild Copyright: Image by StockUnlimited

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.