Manchmal ist es fast nicht zu fassen, wie flach dieses Land im Norden ist. Gelegen zwischen Ems und Elbe, Harz und Meer, ist Niedersachsen das zweitgrößte Bundesland der Republik, grenzt an den Stadtstaat Hamburg und schließt die Regionen des Stadtstaates Bremen regelrecht ein. Aber was dem Auge wenig Abwechslung an Bergen bietet, freut den Landwirt: Denn hier gibt es keine steilen Hänge und kleinen Äcker, hier sind die Flächen groß und eben und gut zu bewirtschaften. Große traditionelle Höfe sind hier nicht selten – und laden oft auch zum Urlaub auf dem Bauernhof ein. Sie sind findig, wenn es um das Vermarkten geht. Denn oft bekommen sie vom Handel nur wenig Geld für ihre Produkte, da ist Selbstvermarktung besser.
Lieber Bauernhöfe als Agrarfabriken
Und doch sind die Landwirte im Norden nicht immer glücklich. Denn der Trend zur immer stärkeren Nutzung der Böden und immer intensiveren Haltung der Tiere treffe das Bauernland im Norden besonders, sagte ein Naturschützer. Statt dessen solle sich die Landesregierung in Hannover lieber für eine artgerechte Tierhaltung einsetzen, die ökologische Landwirtschaft unterstützen, für gentechnikfreies Saatgut eintreten und überhaupt den kleineren Höfen mehr Unterstützung gewähren. Ein Zehntel der niedersächsischen Bauern haben in den vergangenen vier Jahren das Handtuch geworfen und die Landwirtschaft aufgegeben.
Landwirtschaft als Wirtschaftsfaktor
Nach der Autoindustrie ist die Landwirtschaft im Norden der wichtigste Wirtschaftsfaktor – und so machen selbstverständlich alle mit, wenn ein Tag des offenen Hofes stattfindet. Ob Halter von Milchvieh, Obstbauer oder Ökobauer: Überall gaben die Bauern im Norden Einblick in ihre Arbeit. Und halfen ein bisschen dabei, Vorurteile gegenüber der modernen Landwirtschaft abzubauen. Denn die Arbeit des Bauern wird genauso wie sein Traktor gebraucht. Ohne Landwirtschaft in Deutschland sähe einiges ganz anders aus. Weiterlesen
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